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Liebe ist Glück

Liebe ist das Glück, das uns von innen flutet, wie Wasser, das durch eine gebrochene Staumauer stürzt und sich schäumend und brausend sein neues Territorium erobert. Es haut dich von den Füssen, hebt dich hoch, wirbelt dich umher und lässt dich fliegen, taucht dich unter und trägt dich dann sanft auf seinen Wogen. Es macht uns Angst dieses Glück, diese Liebe und dennoch sehnen wir uns danach wie nach nichts sonst. Wir kennen es. Tief in uns schlummert noch die Erinnerung daran. Aber wir haben Staumauern gebaut aus Ängsten, Abwehrmechanismen, negativen Glaubenssätzen über uns und was es da sonst noch so gibt. Wir hegen und pflegen unsere Mauern und sind oft sogar stolz darauf, wie solide und hoch sie sind. Wir haben Wächter aufgestellt, die sofort Alarm schlagen, wenn jemand sich daran macht, Löcher in den Beton bohren zu wollen. Gleichzeitig sind wir am Verdursten und sind ganz runzelig und schrumplig vor lauter Dürre. Und wir wundern uns, weshalb wir nicht glücklich sind in unserem Leben. Also, nieder mit den Mauern! Lasst uns unsere Mühe und Arbeit würdigen, die wir in den Bau unserer Staumauern gesteckt haben und dann nieder damit. Stein für Stein, indem wir in uns gehen und unsere Ängste einladen wie alte Freunde und hinhören, was sie uns erzählen möchten.

Behutsam, damit unser ausgetrocknetes Land das Wasser aufnehmen kann, das dann wieder zu fliessen beginnt. Behutsam, damit wir die jungen Pflänzchen unseres neu gewonnenen Selbstvertrauens, die dann wieder spriessen können, nicht ertränken. Aber wenn sie stark genug sind, können wir getrost den Rest der Mauer einstürzen lassen. Nach dem ersten turbulenten Tanz auf seinen Wellen, wird uns das Glück sanft und gleichmässig durch unsere Tage und Nächte tragen. Und wer jetzt einwenden mag, dass lieben nicht nur glücklich macht, sondern auch weh tun kann, der verwechselt Liebe mit Bedürftigkeit. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

 

 

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