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Liebe braucht Mut

Liebe stellt unsere Welt auf den Kopf. Eine Welt, die wir mit Ängsten abgesichert haben. An diesen Ängsten halten wir fest, denn sie geben uns Sicherheit. Sie sind die soliden Wände unseres Hauses der Gewohnheiten. In ihm finden wir uns zurecht, in ihm glauben wir zu wissen, wer wir sind und welchen Platz wir in der Welt haben. Unsere Ängste ermöglichen uns, das Spiel des Lebens so zu spielen, wie es uns gelehrt wurde. Und wenn wir uns an die Regeln halten und mitspielen, werden wir von den anderen akzeptiert. Das nennen wir dann Liebe und sind zufrieden mit den Krümeln, die wir bekommen. Dafür nehmen wir viel Schmerz und Leid in Kauf. Hauptsache dazu gehören. Bloss nicht aus der Reihe tanzen. Nicht auffallen und keine komischen Sachen machen, sagen, ja nicht einmal denken. Wo kämen wir denn da hin? Zu uns selbst vielleicht. Zu unserer ureigenen Wahrheit. Zu unserem eigenen Denken und vor allem Fühlen. Zu einem Gewahrsein unseres Selbst, das unabhängig ist von vorgefertigten Meinungen, Vorurteilen und Weltanschauungen. Zu mehr wahrer Freude, die tief aus der Seele kommt. In unsere Mitte, von wo aus wir den Überblick haben, weil wir zur Beobachterin und Gestalterin werden, anstatt nur Reagierende zu sein. Aber eben, dazu braucht es Mut. Mut, um vom höchsten Punkt des M hinab zu tauchen in die Tiefen des U und dort unseren Ängsten zu begegnen, sie in unser Sein zu integrieren, um ganz zu werden. Es lohnt sich. Denn danach stehen wir da wie das T. Stark und unverrückbar durch die Liebe, die wir in uns gefunden haben. 

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