· 

Weiblich und männlich

Ich fange mit einer groben Übersicht an, dann kann ich nach und nach ins Detail gehen. Eben in Zyklen, wie das typisch weiblich ist und mich so in die Tiefe oder die Mitte der beiden Prinzipien hinein winden. Männlich ist linear, rennt ohne nach links und nach rechts zu schauen nach vorne, wird dabei immer schneller und fällt dann irgendwann auf die Nase. Das ist natürlich etwas provokativ. Aber schaut euch die Welt an! Sie spricht für sich selbst. Es muss immer schneller gehen, immer mehr und immer besser. Leistung ist die Peitsche, mit der wir uns gegenseitig antreiben. Wir sehen zwar die Schneise der Verwüstung, die dieses lineare Denken hinterlässt, aber wir rennen trotzdem immer weiter in dieselbe Richtung, immer noch schneller und glauben, dass wir diese Schneise schliessen können, indem wir eine neue schlagen. Es ist Zeit für Weiblichkeit. Sie denkt prozesshaft, zyklisch, bezieht das Umfeld und die Mitmenschen (wozu ich auch die Tiere zähle), verschiedene Möglichkeiten mit ein. Das Weibliche holt aus, läuft Kurven, Bögen und kommt mit den Erkenntnissen daraus zur Mitte zurück. Das geht dem Männlichen oft zu langsam und es kann diese Schleifen nicht nachvollziehen. Aber dazu ist ja das Weibliche da. Es steht für Entspannung und Entschleunigung. Eben damit wir nicht alle im Burn-out enden und unser Planet ebenso. Das männliche Prinzip muss auch nicht alles verstehen, was das Weibliche Prinzip erkennt. Es ist dazu da, ihm zu dienen. Nicht der Mann der Frau (und umgekehrt erst recht nicht!) sondern das männliche Prinzip dem weiblichen Prinzip. Denn das weibliche Prinzip ist das Leben spendende. Das Männliche ist dafür zuständig, die nachhaltigen, dem Gemeinwohl dienenden, das Leben bejahenden, nährenden Ideen des Weiblichen in die Tat umzusetzen und nicht alleine voran zu preschen wie bisher. Denn ohne das Weibliche Mitgefühl, das Fühlen, die Intuition, führt der männliche Kampfgeist, seine Zielstrebigkeit und seine Ratio zur Zerstörung, wie wir an allen Orten sehen können. Nein, weit gefehlt, das Männliche an sich ist nicht schlecht, sondern wundervoll und wichtig, denn ohne es würde das Weibliche auch nur vor sich hin dümpeln. Vor einiger Zeit kam mir dazu einmal die Inspiration zu dieser Blume, die ihr auf dem Foto sehen könnt. Das zeigt, wie ich finde, sehr schön die fruchtbare Verbindung der beiden Prinzipien. Der Stiel ist das männliche, die Blüte das weibliche Prinzip. Lineares und zyklisches Denken. Nur in Verbindung miteinander kann etwas wachsen, gedeihen und zu neuem Leben erblühen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0