· 

Was ist Selbstliebe?

Uns selbst zu lieben heisst für mich, uns anzunehmen wie wir sind. Unperfekt mit allen sogenannten Fehlern und Schwächen. Mit allen unseren negativen Gedanken und Gefühlen, Urteilen und Bedürfnissen. Mit allen unseren guten und schlechten Tagen. Annehmen kommt vor dem Loslassen. Denn wie sollen wir etwas loslassen, wenn wir nicht vorher (an)erkennen, dass es da ist? Im Erkennen liegt das Kennen. Es geht darum, dass wir uns erst einmal richtig kennen lernen: Was ist da alles, das in mir ruft oder leise schlummert? Was gehört zu mir, was macht mich aus, wer bin ich? Wenn wir das heraus finden, nehmen wir immer wieder das Geschenk an, das wir sind und sagen so etwas wie: "Wow, Dankeschön, das ist ja interessant, was da alles in mir steckt." Wir müssen nicht perfekt sein. Wir müssen nicht immer gut drauf sein. Sich selbst zu lieben heisst, sich jederzeit so anzunehmen wie man in diesem einen Moment ist. Und je öfter wir das tun, desto leichter fällt es uns, mit unangenehmen und schwierigen Situationen und Gefühlen umzugehen. Je öfter es uns gelingt, uns selbst so anzunehmen wie wir sind, desto weniger werden auch die negativen Gedanken und Gefühle, oder es gelingt uns schneller und leichter, in uns selbst wieder gute Gefühle zu erzeugen. Sich selbst zu lieben bedeutet andererseits aber nicht, dass wir immer so bleiben wollen sollen wie wir jetzt sind. Es heisst, sich in jedem Augenblick zu entscheiden, wer man sein möchte. Opfer oder Schöpfer seiner (inneren) Welt. Und egal wie unsere Entscheidung im jeweiligen Moment noch ausfällt. Es ist in Ordnung. Denn wir müssen nicht perfekt sein. Wir sind vollkommen, so wie wir sind.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0